Verschwiegener Wiederstand auf dem Weg zur Glaubenstaufe

...weil die meisten traditionellen Mennoniten nicht auf ihren Glauben, sondern als Voraussetzung zum Heiraten getauft worden sind, wirft es bei vielen Fragen auf, ob dieses Taufritual für die später zum Glauben gekommenen gültig sein sollte...

Die Bibel lehrt das die Taufe nur dann erfolgen soll, wenn die Person zum wahren Glauben an Jesus Christus gekommen ist und durch eine aufrichtige Bekehrung die Wiedergeburt erlangt hat. Mk.16,16; Apg.2,38; Apg.2,41 usw.

Römer 6,3-7  Oder wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir in Christus Jesus hinein getauft sind, in seinen Tod getauft sind? Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm einsgemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein; wir wissen ja dieses, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen; denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde freigesprochen.

Wenn jemand sich taufen lässt ohne eine aufrichtige Bekehrung erlebt zuhaben, der lügt Gott und Menschen an, weil er durch die Taufe etwas vortäuscht was er aber selbst nicht erlebt hat und damit ist es auch keine, im biblischen Sinne, Taufe sondern nur ein religiöses Ritual. 

Die Bibel kennt nur eine Taufe (Eph. 4,5) und das ist die Taufe auf einem lebendigen Glauben, eine Glaubenstaufe!!! 

Hans hatte es verstanden und ist dem Herrn damit gehorsam gewesen das er sich mit der einen Taufe, taufen ließ... 


Das spannende Zeugnis eines Ältesten   der Gemeinde in El Cuervo, Mexiko


Guten Tag liebe Geschwister.

Als Streiter für Jesus Christus, der das Evangelium verbreitet damit mehr Menschen zum Glauben kommen, wünsche ich euch viel Gnade und Frieden durch Jesus Christus.

Mein Name ist Hans Wiebe aus El Cuervo, Chihuahua Mexiko. Ich möchte gerne berichten, was wir alles erlebt haben, seit die Frage der Glaubenstaufe hochgekommen ist und wir uns haben taufen lassen. Mir ist aufgefallen, dass die Sache teilweise ganz anders weitererzählt wurde als sie tatsächlich geschah. Manchmal denke ich, dass dies auch mit Absicht getan wird, um verdeckt zu halten, was hier wirklich passiert. Und damit ist nicht nur unsere Gemeinde betroffen, sondern auch noch mehrere Gruppen. Und so dachte ich dass es ganz gut sein würde einen Bericht darüber zu geben, wie es mir ergangen sei.

Ich bin in der Altkolonie aufgewachsen. Vielleicht sind einige von euch nicht damit vertraut wie es dort hinsichtlich der Taufe zugeht. Es ist so, dass die Jugendlichen dort sich taufen lassen müssen, um in der Gemeinde zu sein und dort heiraten zu können. Außerdem wurde gelehrt, dass ein Mensch der getauft war, mehr Hoffnung haben könnte in den Himmel zu kommen. Vielleicht würde ihm das irgendwie eine Möglichkeit erschließen. Wenn ein Jugendlicher ohne Taufe starb, war er in unseren Augen hoffnungslos verloren. So wollte auch ich mich absichern und entschied mich dafür die Taufe anzunehmen. Ich meinte es auch total ernst - so weit wie ich über den Glauben Bescheid wusste. An einem Tag fuhr ich zum Ältesten und bekannte meine Sünden. Als ich damit fertig war, sagte er mir, dass meine Sünden jetzt im tiefsten Meer versenkt wären. Von Jesus Christus und seinem Erlösungswerk war keine Rede. Wir beteten auch nicht zusammen. Und so spürte ich auch keinen Frieden in mir, aber ich konnte nicht wirklich verstehen woran das lag. Ich hatte keine Ahnung von der Bibel und keine Ahnung vom Evangelium - ich hatte davon noch nie gehört. Aber so wie es dann gängig war ließ ich mich taufen und trat der Gemeinde bei. Nach ein paar Monaten heirateten meine Frau und ich dann. Als wir ca. sechs Jahre verheiratet waren gingen mir, nach der Gnade Gottes, die Augen über meinen verlorenen Zustand auf. Ich erkannte, dass ich einen Retter brauche, weil ich verloren war. So kam ich zum Glauben an den Herrn Jesus Christus, wodurch ich nun gerettet sein darf. Ich fing nach meiner Bekehrung an intensiv in der Bibel zu studieren. Einige Zeit später kam ich dann mit einem Bruder ins Gespräch, der den Wunsch hatte sich auf den Glauben taufen zu lassen. Er hatte sich in der Altkolonie genauso wie ich auch taufen lassen und hatte sich später bekehrt. Als ich das erfuhr, fing ich an dagegen zu argumentieren. Ich sagte ihm, dass es reichen würde, wenn ein Mensch wiedergeboren wäre - die Glaubenstaufe sei nicht nötig. Dabei merkte ich aber, dass mein Gewissen anfing mich zu plagen. Dann fing ich an die Bibel daraufhin zu studieren und merkte nach kurzer Zeit das dieser Bruder mit seinem Wunsch Recht hatte. So tat ich Buße, korrigierte mein Denken und erkannte an, dass die Glaubenstaufe Gottes Wille war. Dann verging einige Zeit. Ich wurde in unserem Verbund (Kleingemeinde) als Prediger und auch als Leiter über die örtliche Gemeinde Buenos Aires gewählt. Mit der Zeit durften wir auch in der Kolonie El Cuervo mit der Gemeindearbeit beginnen und ich wurde auch hier als Leiter gewählt, so dass ich der Leiter über zwei Gemeinden war. Wir führten als Gemeinde Bibelstunden durch und so kamen wir an einem Abend auch auf das Thema der Glaubenstaufe. Wir kamen ursprünglich alle aus der Altkolonie, hatten den Katechismus diesbezüglich auswendig gelernt, aber nicht verstanden was dieses Wissen wirklich bedeutete. Und so erklärte ich der Gemeinde, wie ich dieses Thema von der Bibel her verstand und bekam auf einmal große Schwierigkeiten. Diese legten sich dann aber allmählich. Die Menschen sahen ein, dass es vielleicht doch richtig sein könnte, und dass meine Meinung bibelfundiert war. Es verging dann wieder eine Zeit in der ich anfing den Taufunterricht für die Jugendliche durchzuführen. Mir wurde zu diesem Zweck ein Buch überreicht, in dem das Thema Taufe behandelt wurde. Der Verbund der Kleingemeinden hatte es zusammengestellt. Und als ich dieses Buch durchlas, sah ich ganz klar, dass mir die Glaubenstaufe fehlte. Ich fing an darüber zu beten und bat Gott auch um Weisheit, den Jugendlichen dieses Thema klar predigen zu können. In dieser Zeit meldeten sich auch einige Geschwister aus der Gemeinde, die den Verlangen hatten sich auf den Glauben taufen zu lassen. Als Leiter der Gemeinde besuchte ich sie, um mit ihnen darüber zu sprechen. In einem Gespräch sagte mir dann eine Frau, dass sie sich nicht von mir taufen lassen wollte. Als ich sie nach dem Grund fragte, sagte sie mir: "Du bist selber nicht getauft." Das tat mir weh. Aber ich wusste dass sie recht hatte. Zu dieser Zeit unterrichtete ich schon die Jugendlichen im Taufunterricht und mein Gewissen plagte mich immer, wenn ich den jungen Menschen die Wichtigkeit der Glaubenstaufe ans Herz legte. Ich unterrichtete, war der Leiter über zwei Gemeinden und war selbst nicht auf den Glauben getauft. Ich ging eine sehr schwere Zeit durch. Dann fing ich an meinen inneren Zustand auf den Gemeindeversammlungen mitzuteilen und bat sie für mich zu beten. Als dann die Zeit kam, dass wir Viktor Neufeld einluden um Evangelisationen bei uns durchzuführen, bat ich ihn bei einer Gelegenheit, mich zu taufen. Er tat es zu diesem Zeitpunkt nicht, da er wusste, dass es Schwierigkeiten für mich und ihn geben würde und es wahrscheinlich darum nicht wagte. Aber er bestätigte mich darin, dass mein Wunsch, mich taufen zu lassen, richtig und biblisch war. Wir redeten dann noch einige Male, denn mir ging es wirklich schlecht damit. Immer wenn ich vor der Jugend oder der Gemeinde stand, sagte ich mir: "Du willst ihnen klarmachen, wie wichtig die Glaubenstaufe ist, und bist selbst noch nicht einmal getauft."

Wir redeten dann öfter auf den Versammlungen unter den Brüdern der Gemeinde über dieses Thema und ich merkte, wie stark einige immer noch dagegen waren und dass es große Probleme geben würde, sollte ich mich wirklich taufen lassen. Auch meine Frau warnte mich davor, dass wir ganz alleine stehen würden, wenn ich diese Überzeugung wirklich durchziehen wollte. So entschloss ich mich eines Tages zu dem Leiter einer Mennonitengemeinde zu fahren. Ich dachte mir, dass dort das Wort Gottes klar gelehrt würde und man mir dort weiterhelfen würde. So erzählte ich dem dortigen Ältesten meine Probleme und er versprach mir, sich weiter mit dieser Frage zu beschäftigen. Er wollte sich mit mehreren Ältesten beraten, machte mir aber Mut, in der Zwischenzeit weiterhin Jugendliche zu taufen und sie darin zu unterrichten. Nach diesem Gespräch hörte ich aber nichts mehr von diesem Bruder. So ging ich zu einer Baptistengemeinde und unterhielt mich mit ihnen über die Taufe und fragte dort ob sie mich taufen würden, was sie mir auch zusagten. Daraufhin sprach ich mein Anliegen auf einer Besprechung unserer Mitarbeiter in der Gemeinde an und fragte sie, ob ich mein Anliegen auch in der ganzen Gemeinde vorstellen sollte. Ich sagte ihnen dass ich mit diesem schweren Gewissen ohne Glaubenstaufe nicht weiterleben wollte, dass die Baptistengemeinde einverstanden war mich zu taufen und fragte sie ob sie da mitgehen könnten. Aber die Mitarbeiter, denen ich dieses Anliegen mitteilte, waren sehr stark dagegen. Wir befanden uns kurz vor einem Tauffest unserer Gemeinde, auf dem einige Jugendliche getauft werden sollten. Die Männer riefen nun Eltern der Jugendlichen an und gaben ihnen einen etwas verdrehten Bericht von dem wieder, was ich ihnen erzählt hatte. Daraufhin zogen einige Jugendliche dann ihre Anmeldung zur Taufe zurück. Das Tauffest führten wir dennoch durch. Einige Tage später kam ein Leiter der Kleingemeinde, der mir vorgesetzt war, und führte mit unserer Gemeinde eine Versammlung durch, in der ich nicht anwesend sein durfte. Als er mich anschließend anrief, "kündigte" er mir meinen Leiterdienst. Ich durfte die Gemeinde nicht weiter anleiten. Obwohl ich dort zu der Zeit sehr viele Projekte am Laufen hatte, musste ich mich ab sofort aus allem zurückziehen. Das hatten sie in der Gemeinde durch Abstimmung so beschlossen. Das alles betraf die Gemeinde in Buenas Aires. In der nächsten Zeit wurde ich dann zu vielen Besprechungen eingeladen und dort sagte mir ein Mann unmissverständlich, dass man nicht mit mir zusammenarbeiten würde, wenn ich mich tatsächlich taufen lassen würde. Alle anderen waren still, so dass ich dies für die Meinung der gesamten Bruderschaft hielt. Ich fragte dann, ob das wirklich gegen die Bibel wäre, wenn ich mich auf den Glauben taufen lassen würde. Aber darin waren sich dort alle einig: Mein Anliegen war total auf der Bibel begründet und richtig, aber weil es dadurch schwierig werden würde die Altkolonier zu gewinnen, wollten sie sich davon komplett distanzieren. Und so vergingen noch viele Besprechungen in denen immer das gleiche gesagt wurde. In dieser Zeit fragte ich die Mennonitengemeinde in Cuauthemoc, ob wir uns ihrer Gemeinde anschließen dürften, wenn ich mich auf dem Glauben taufen lassen würde, und ob sie uns unterstützen würden. Sie versprachen mir es mit allen Ältesten und Gemeinden des Verbundes durchzusprechen. Es verging einige Zeit, als ich dann die Mitteilung bekam, dass sie nicht bereit dazu waren. Daraufhin fragte ich Viktor Neufeld, ob er uns unterstützen und mich taufen würde und dieses Mal sagte er zu. In einer Gemeindeversammlung in El Cuervo, über die ich ja noch der Leiter war, teilte ich dann mit, dass Viktor Neufeld kommen würde und uns helfen wollte eine selbstständige Gemeinde zu werden. Von dem Verbund der Kleingemeinde wollten wir uns dann ganz abmelden. Es gab einige in der Gemeinde, die damit nicht einverstanden waren und unsere Gemeinde daraufhin verließen. Ich teilte ihnen meinen Wunsch mit, trotzdem zusammenzuarbeiten, da wir alle zu Gott gehörten aber dies war von ihrer Seite nicht gewünscht. Als Viktor dann zu uns kam, taufte er meine Frau und mich und noch weitere Ehepaare, die denselben Wunsch hatten, auf den lebendigen Glauben an Jesus Christus. Aufgrund dessen bekam er dann auch große Schwierigkeiten in seinem Umfeld, die bis heute andauern. Warum das so geschieht verstehe ich nicht, denn die Bibel lehrt das unmissverständlich und mir war das gerade aus dem Bibelschulmaterial dieser Gemeinde klargeworden, die ihm jetzt ihre Unterstützung kündigte. Trotz aller Widerstände gingen wir mit der Gemeindegründung weiter voran, die dann durch Gottes Gnade im April 2018 durchgeführt werden durfte. Gott die Ehre dafür!